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550 Kilometer in 13 Tagen längs durch Deutschland! Roman Schultes im Interview über seine Charity-Challenge: #roadtoamrum!

550 Kilometer in 13 Tagen längs durch Deutschland!

Roman Schultes im Interview über seine Charitylauf-Challenge: #roadtoamrum!

550 Kilometer, 13 Etappen zwischen 30-55 Kilometer, und zwei Ziele: die Nordseeinsel Amrum und eine gut gefüllte Spendenbox für die Arbeit der Mukoviszidose e.V…. das beschreibt die Challenge, die Roman Schultes mit #roadtoamrum betitelt und im Mai 2021 gemeistert hat, in Zahlen. Im Interview erfährst du von Roman mehr über die gelaufene Wirklichkeit zwischen dem Challenge-Start in Langenfeld/NRW und dem Ziel in Amrum: über die Planung, die Motivation, die Schmerzen, die Etappen und eben auch darüber, dass kein Läufer eine Insel ist, auch wenn das Ziel eine ist!

Roman Schultes…

… ist von Beruf Inhaber von Marketing & Event // rslmedia

… hat mittlerweile ein Alter von 35 Jahren

… wohnt in Langefeld

… ist mit Nicole liiert, ohne die die #roadtoamrum nicht machbar gewesen wäre.

… und leidenschaftlicher Sportler, ursprünglich dem Laufsport entsprungen, mittlerweile beim Triathlon „gestrandet“.

… außerdem ist er ein echter Amrum-Fan - auch, weil die Insel der Ort ist, an er dem bei seinem ersten Laufwettkampf gestartet ist.

 

Interview

Newton: Roman, du bist diese Challenge schon mal im Jahr 2016 angegangen und musstest sie verletzungsbedingt abbrechen! Was hat dich motiviert, die Sache noch einmal anzugehen? Und was war dieses Mal anders?

Roman: Ja, ich habe 2016 schon mal einen Versuch gestartet, aber damals war ich nicht so gut trainiert und bin etwas unbedarfter an die Sache rangegangen. Leider bin ich dann 3x umgeknickt und hatte einen derart dicken Fuß, dass ich gar nicht mehr in die Laufschuhe gekommen bin. Tatsächlich hat mich die Corona-Pandemie motiviert, es in diesem Jahr noch einmal zu versuchen, denn ich brauchte ein Ziel. Klar, ich bin in den letzten anderthalb Jahren immer gelaufen, aber ohne ein richtiges Trainingsziel, ohne Wettkämpfe hat mir echt was gefehlt. Von dem Moment an, als ich angefangen habe die Challenge zu laufen, so circa im Januar/Februar 2021, bin ich wieder viel motivierter gelaufen, weil ich ein Ziel hatte – auch wenn ich nicht wirklich wusste, ob die Situation rund um die Corona-Beschränkungen eine Durchführung der Challenge wirklich zulassen würde.

 

Newton: Wie hast du dich sportliche vorbereitet?

Roman: Ich bin schon lange begeisterter Läufer. Früher bin ich alle Distanzen bis zum Halbmarathon gelaufen, 2015 dann auch mal einen Marathon. Danach dann aber überwiegend wieder 10-Kilometer- Wettkämpfe und Halbmarathons. 2017 habe ich dann mein Herz für den Triathlon entdeckt und trainieren da mittlerweile, nach einigen Kurzdistanzen, jetzt in Richtung Mitteldistanz. Die Fitness war also da, aber ich musste wieder auf die Langdistanz trainieren, da meine Etappen ja zwischen 30 und 55 Kilometer lang sein sollten. Deswegen habe ich im Prinzip wie auf einen Marathon trainiert, habe also zum Schluss hin auch einige lange Läufe gemacht. Meine waren dann aber, im Gegensatz zum Marathontraining, so um die 39 Kilometer lang, um die Ausdauer zu bekommen und auch, um den Kopf auf die längeren Strecken einzustimmen.  Grundsätzlich ging es mir also im Training eher um Ausdauer und Kraft, nicht um Tempo. Trotz allem habe ich zwischendurch aber auch mal einen Tempolauf oder ein Fahrtspiel gemacht, einfach, um die Spritzigkeit beizubehalten.

 

Newton: Wie hast du diese vielen Etappen logistisch vorbereitet – auch in Sachen Ausrüstung und Etappenaufteilung?

Roman: Wegen der Corona-Situation war die Vorbereitung ziemlich komplex. Es war schnell klar, dass wir wegen des Beherbergungsverbots mit dem Camper als Unterkunft starten würden. Erst dachten wir, also ich und meine Freundin Nicole, die mich auf dem ganzen Trip begleitet hat, dass wir einfach wild campen, aber dann sind wir doch lieber auf private Parkplätze ausgewichen. Dazu haben wir in unserem Freundeskreis einen Aufruf gestartet und irgendwie kannte jeder irgendjemand, der an der Strecke wohnt. Da haben wir uns dann in die Auffahrt oder den Stellplatz vor die Tür gestellt und uns wurden Stromkabel und Wasserschlauch rausgereicht. Die Route an sich haben wir mit Komoot geplant und dann so in Etappen eingeteilt, dass es einigermaßen passte, dass also beispielsweise nicht zwei harte Etappen direkt hintereinander gelaufen werden mussten. Im Nachhinein hätten wir das noch gleichmäßiger verteilen können, aber gut, es hat ja funktioniert.

 

Newton: Wie bist du den Etappentag angegangen, vor allem auch, wenn Körper & Kopf mal nicht so gut drauf waren!

Roman: Die Etappentage waren im Prinzip eigentlich alle gleich geplant. Wir sind ganz gemütlich mit einem guten Frühstück in den Tag gestartet. Mal war es Porridge, mal waren es Brötchen. Auf jeden Fall habe ich gut gefrühstückt, um nicht früh in einen Hungerast zu laufen. Dann habe ich meine Verpflegung für den ersten Etappenteil vorbereitet und noch mal die Beine massiert, entweder mit der Massagepistole oder Nicole hat massiert. Und klar, Nicole und ich haben uns noch einmal die Strecke angeschaut, auch um auszumachen, wo wir uns unterwegs treffen. Das war besonders an den Tagen wichtig, an denen ich schon mit schmerzendem oder müdem Körper losgelaufen bin. Da war es für mich echt wertvoll zu wissen, dass Nicole bereits nach 10 oder 15 Kilometern auf mich warten und wir noch mal was tapen können oder ähnliches. Zwischen 10-11 Uhr bin ich dann meist losgelaufen. Mittags gab es dann immer eine richtige Pause mit Mittagessen, Beine lockern und Getränke nachladen. Und abends haben wir dann eine nährstoff- und kalorienhaltige Mahlzeit gekocht oder irgendwo geholt. Manchmal haben wir uns auch noch den Ort angeschaut, an dem wir gerade waren. Und dann war schlafen angesagt!

 

Newton: Wie viele Stunden warst du am Tag so durchschnittlich laufend unterwegs? Hast du dir die Laufzeit irgendwie taktisch eingeteilt?

Roman: Durchschnittlich bin ich am Tag so fünf bis sechs Stunden gelaufen, insgesamt unterwegs war ich mit allen Pausen so um die acht bis neun Stunden, je nach Tagesform. Taktisch gesehen habe ich immer versucht, den längeren Teil der Strecke morgens zu laufen. Die ersten 20 km bin ich meist zügig unterwegs gewesen. Dann kam die Mittagspause und danach war es gut zu wissen, dass der zweite Teil der Etappe nicht mehr so lang ist und man hinterher eben auch noch genug Zeit hat, um zu regenerieren.

 

Newton: Worüber denkt man so nach, wenn man jeden Tag so viele Stunden mit sich selbst verbringt?

Roman: Da habe ich mir vorher auch Gedanken zu gemacht und von vielen Seiten Tipps für Podcasts und Musik bekommen, weil es immer hieß: „Du kannst doch nicht ohne „Unterhaltung“ laufen“. Aber es ging doch und war auch viel geiler. Ja, ich habe zwischendurch zweimal TKKG oder Drei ??? gehört, um mich von meinen Fußschmerzen abzulenken. Wenn man so viel mit sich alleine ist, dann fällt es schwer, seine Gedanken nicht auf jedes Zwicken und Zwacken zu fokussieren. Ansonsten habe ich viel nach vorne gedacht: Wie wird das sein, wenn gleich der Campingbus in Sichtweite kommt? Wie wird es am nächsten Tag sein? Wie wird es sein, wenn ich die Fähre erreicht habe? Na, sowas eben. Oder ich habe überlegt, was außer dem Laufen noch für die Challenge zu tun ist - wie ich beispielsweise die Partner präsentieren kann. Einmal habe ich unterwegs sogar ein Interview gegeben. Und manchmal habe ich auch Fotos oder eine Instagram-Story gemacht!

Newton: Du bist in Newton-Schuhen gelaufen. Welche Modelle waren das und wie bist du unterwegs mit ihnen klargekommen?

Roman: Ich hatte den Fate, den Kismet und den Gravity dabei. Gelaufen bin ich vor allem Fate und den Kismet. Der Fate hat mir durch seine Dynamik geholfen, dass ich nicht schon nach den ersten zwei, drei Tagen völlig im Eimer war. Und der Kismet war an Tagen, an denen ich müde war, eine echte Unterstützung, weil er den Fuß stabil hält und durch die breitere Sohle wirklich komfortabel ist.  

 

Newton: Du läufst jetzt schon länger Newton Schuhe. Welchen Unterschied hast du festgestellt, aufgrund der extremen Belastung?

Roman: Zuerst einmal, der größte Unterschied war natürlich die Distanz und die Geschwindigkeit. Auch bei meinen langen Läufen im Training, bin ich solche Distanzen nicht gelaufen. Am Ende bin ich im Schnitt 6.30/km gelaufen, also eher langsam. Da merkt man natürlich einen Unterschied, denn es ist einfach eine andere Belastung zu dem normalen Training oder Wettkampf. Vor allem sich in der Kürze der Zeit auf den nächsten Tag vorzubereiten und zu reagieren war eine Herausforderung. Denn bereits ab Tag 2 habe ich, insbesondere auf den ersten Kilometern, die Strapazen vom Vortag gespürt. Man läuft einfach unrund und die Newton Schuhe, die gerne auch Vorfuß laufen wollen, werden dann auch mal falsch genutzt, denn um die Füße zu entlasten, bin ich dann eben auch öfters Mittelfuß gelaufen, teilweise Ferse. Die Muskulatur und die Sehnen waren absolut strapaziert. Aber meine Vorbereitung in Newton haben meinen Laufstil gutgetan, natürlicher gemacht und ich denke ich bin mit ihnen bestmöglich über die volle Distanz gekommen.  Wenn ich mich an 2016 erinnere, da war meine Schuhauswahl nicht so bedacht, am Ende stand die Aufgabe.

 

Newton: Wie war das Gefühl, als du auf Amrum von der Fähre gegangen bist und du wusstest: Ich habe es geschafft!

Roman: Das gute Gefühl es geschafft zu haben, fing schon auf der letzten Etappe an. Ich wusste, ich schaffe es, da kann nichts mehr dazwischenkommen, denn zur Not gehe ich die letzten 20 Kilometer eben. Amrum hat mich mit Windböen von 70-80 km/h und Regen erwartet, aber das war völlig egal und hat dem geilen Gefühl keinen Abbruch getan. Und ich war total dankbar! Dankbar, weil mein Körper so gut mitgemacht hat, dankbar, dass ich Menschen um mich habe, auf die ich mich absolut verlassen kann, die mir helfen und mich unterstützen. Im Prinzip haben wir es ZUSAMMEN geschafft – super, perfekt, danke!

 

Newton: Wird es eine #roadtoamrum 2022 geben? Oder hast du ein anderes Projekt oder eine andere Challenge im Blick?

Roman: Nein, definitiv wird es 2022 keine #roadtoamrum geben! Generell habe ich Lust auf solche Projekte, aber erstmal möchte ich jetzt wieder schneller und kürzer laufen. Vielleicht mache ich in ein bis zwei Jahren wieder mal so ein Projekt, aber nicht jedes Jahr. Man darf nicht vergessen, dass es einiges an Kosten mit sich bringt und man extra Urlaub einplanen muss - einen Urlaub allerdings, in dem man sich nicht erholt. Vielleicht mache ich dann mal mit dem Fahrrad eine kleinere Geschichte. Meine persönliche Challenge wäre es jetzt, eine geile Zeit beim Marathon rauszuhauen, beim Berlin Marathon vielleicht - das bespreche ich gerade mit meinem Trainer.

Newton: Da sind wir gespannt, was wir als nächstes von dir hören – es scheint auf jeden Fall spannend mit und bei dir zu bleiben. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast, Roman!

 

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